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Riebelsdorf, durch 50 Jahre Amateurfunk weltbekannt

Marieche und Helwig (DL8MC)

Funkamateure sind beim stehenden Festzug zum 750-jährigen Dorfjubiläum präsent unter dem Motto:

„Unser Riebelsdorf über 50 Jahre  durch  Amateurfunk auf allen Erdteilen bekannt“.

Ende der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden im Anwesen der Familie Klippert die Elektroinstallationen erneuert. Angeregt durch den damaligen “Dorfelektriker “ Ferdinand Preissler (`s Lichtle brennt) wurden die bis dahin üblichen, in Bleirohren über Putz verlegten Leitungen entfernt und durch die moderneren Stegleitungen unter Putz erneuert. Diese Verdrahtungsarbeiten weckten bei dem jugendlichen Helwig Klippert das Interesse an der Elektrizität.

Die Neugierde endete jedoch nicht an der Steckdose, sondern galt auch bald dem Innenleben von Radiogeräten und der Frage, wie die Stimmen und die Musik in die Lautsprecher gelangten. So war der Weg zum Funken vorgezeichnet. Helwig bekam Kontakt zu vier lizensierten Funkamateuren im Kreis Ziegenhain. Nach seiner Bundeswehrzeit (völlig ohne Funk) legte er Anfang 1965 bei der Oberpostdirektion Frankfurt die Lizenzprüfung ab und erhielt das Rufzeichen DL8MC. 

Ähnlich erging es Helmut Hennighausen, der über die Frage, wie eine alte elektrische Wandklingel wohl funktioniert, an das Funkhobby kam. Mit Hilfe seines Ziehvaters Helwig in Sachen Funk, konnte er schon bald dessen Funkgeräte bedienen und entwickelte sich zu einem ausgesprochenen Schwarzfunker an Helwigs Funkstation. In Verlegenheit brachte ihn während eines Funkkontaktes einmal ein mit Helwig bekannter Funkamateur aus der damaligen DDR mit der Aussage: „Du hörst dich aber nicht an wie der Helwig“! Diese peinliche Situation wurde aber schnell mit Helwigs Hilfe geklärt. Im Jahre 1969 wurden Helmuts Funkaktivitäten nach Bestehen der Lizenzprüfung legalisiert.

Weitere Funkinteressierte folgten mit Heinz Kister, Jörg Mette, Ingmar Klippert und Otto Doll. Sie alle scheuten nicht davor, die recht anspruchsvolle Lizenzprüfung abzulegen. Es werden Kenntnisse aus dem Bereich der Funktechnik, der Betriebstechnik, der Gesetzeskunde geprüft und für bestimmte Lizenzklassen auch Morsekenntnisse gefordert. Kein Ort in der näheren und weiteren Umgebung hatte damit eine so hohe Dichte an Funkern wie Riebelsdorf. Unser Dorf wurde weltweit bekannt. Selbst in Australien und Neuseeland konnte man in Insiderkreisen mit dem Ortsnamen Riebelsdorf etwas anfangen.

Heutzutage treffen sich die Funkamateure des Ortsverbandes Schwalm-Knüll e.V. einmal im Monat zum Gedankenaustausch. Wie in anderen Vereinen ist leider ein Mangal an Nachwuchs zu verzeichnen. Viele, gerade jüngere Menschen, vergnügen sich in einer von modernster Technologie geprägten Zeit mit Smartphones und Computern, ohne sich über deren Funktionsweise und die Technik Gedanken zu machen. Hier würde man sich im Sinne  Albert Einsteins ein wenig mehr Neugierde wünschen.

Wenn Ihr den Rundfunk höret, so denkt auch daran, wie die Menschen in den Besitz dieser wunderbaren Werkzeuge der Mitteilung gekommen sind. Die Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden  und grübelnden Forschers und nicht minder die konstruktive Phantasie des technischen Erfinders. Es sollen sich alle schämen, die gedankenlos sich der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen, und nicht mehr davon geistig erfasst haben, als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst. (Albert Einstein, 1928)

Alle, die durch diese Ausführungen im Sinne Einsteins neugierig geworden sind, sind eingeladen während des stehenden Festzuges, vom 3. - 5. Juni 2016, auf dem Hofe Klippert Funkbetrieb aus nächster Nähe zu erleben und technisches Gerät in Augenschein zu nehmen.

 

Hier könnt Ihr die Festzeitung abrufen: Festzeitung.pdf